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Stoffwindeln

Das Wickeln mit Stoffwindeln hat mehrere Vorteile: zum Einen sind die Stoffwindeln auf lange Sicht gesehen günstiger als Wegwerfwindeln, zum Anderen stellen sie die umweltschonende Variante zu Wegwerfwindeln dar.

Aber nicht nur die Umwelt wird beim Wickeln mit Stoffwindeln geschont, sondern auch die Haut des Babies: Wegwerfwindeln verfügen über einen relativ hohen Anteil an Chemikalien, der ermöglicht, dass die Windeln möglichst lange trocken bleiben. Teure Markenwindeln halten meist besonders lange trocken, aber das zu einem hohen Preis – der Chemieanteil ist bei diesen Windeln höher als bei anderen. Billigere Produkte bzw. günstige Eigenmarken sind insofern empfehlenswert, alsdass der Saugkern nachweislich einen niedrigeren Anteil an chemischen Stoffen aufweist.

Allgemein empfiehlt sich, ein Baby bzw. Kleinkind durchschnittlich alle vier Stunden zu wickeln, damit Babies Po nicht allzu lange der Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Auch wenn die Windeln länger „trocken“ halten, so ist es doch gesünder, Windeln regelmäßig zu wechseln.

Möchte man Wegwerfwindeln benützen, jedoch ökologisch nachhaltig agieren, so können besondere Wegwerfwindeln empfohlen werden, die hochgradig biologisch abbaubar sind, z.B. Moltex-Ökowindeln.

Klassische Faltwindel

Diese Wickelmethode stammt noch aus der Zeit vor der Wegwerfwindel und kommt heutzutage nur noch selten zur Anwendung. Die klassische Faltwindel besteht aus einem 80x80cm großem Tuch (meist Baumwolle oder Mull), welches auf spezielle Art gefaltet wird, sodass es als Windel benutzt werden kann. Die Falttechnik ist relativ einfach und nach ein paar Versuchen geht sie im Normalfall locker von der Hand.

Erst wird die Windel gefaltet. Um die Saugkraft zu erhöhen, wird zusätzlich so genanntes Windelvlies eingelegt. Dieses kann aus Papier sein und wird beim Wickeln in der Toilette bzw. im Biomüll entsorgt oder es ist aus Zellstoff und kann beliebig oft mitgewaschen werden. Papiervlies hält mitunter den Muttermilchstuhl besser auf, während das Zellvlies den Vorteil hat, dass alle Flüssigkeit durchgelassen wird und die Haut des Babies dadurch etwas länger trocken bleibt.

Üblicherweise werden die Ecken der Stoffwindel an den Seiten eingestrickt, man kann jedoch auch eine so genannte Wickelklammer benutzen, diese ermöglicht einen sichereren Halt der Windel. Über die Faltwindel wird ein so genanntes Überhöschen gezogen – dieses dient als Nässeschutz und hält die Kleidung des Babies trocken. Überhöschen sind meist aus Mikrofaser oder Schurwolle und können ebenfalls mitgewaschen werden. Wichtig ist, dass kein Stoff unter dem Überhöschen hervorschaut, da sonst weder Nässe- noch Auslaufschutz gegeben ist.

Der Vorteil dieser Wickeltechnik liegt darin, dass sie sehr preisgünstig ist. So werden zu Beginn in etwa 20 Stoffwindeln benötigt, zusätzlich noch Windelvlies, welches die Saugkraft erhöht und die Reinigung der Windeln vereinfacht. Die Stoffwindeln können mit 90 Grad gewaschen werden und trocknen verhältnismäßig schnell. Der damit verbundene Aufwand ist bei dieser Technik jedoch höher als bei anderen Wickelsystemen. Werden einfache Mullwindeln benutzt, so ist die Saugkraft nicht so hoch wie bei Windeln aus speziellen Textilien wie z.B. dänische Mullwindeln oder Frottierwindeln.

Lass dir von deiner Hebamme zeigen, wie man mit einer klassischen Stoffwindeln wickelt. Es ist leichter, als man denkt und stellt besonders am Anfang eine kostengünstige Variante zu anderen Wickelsystemen dar!

Eine ausführliche Wickelanleitung für Faltwindeln findet sich auf dieser Infoseite zum Thema Stoffwindeln.

Bindewindel

Bindewindeln werden auch häufig italienische Windeln genannt und sind meist aus einem elastischen Baumwoll-Strickstoff, häufig von länglicher Form, relativ dünn und am Pobereich breiter als vorne. Am Vorderteil der Windel sind zwei Bänder angebracht. Die Bänder werden rund um das Baby gebunden und fixieren somit die Windel. Auch hier kann eine Wickelklammer den sicheren Halt fördern.

Häufig unterscheiden sich die erhältlichen Fabrikate lediglich von der Tag- und Nachtversion dieser Windel. Die Nachtwindel ist insofern empfehlenswerter, da sie über mehr Saugkraft verfügt als die Tagwindel.

Als zusätzliche Einlage ist das Windelvlies zu nennen. Um den Auslaufschutz zu erhöhen und die Kleidung des Babies trocken zu halten, wird ein Überhöschen übergezogen.

Die Bindewindel hat gegenüber der klassischen Faltwindel den Vorteil, dass sie durch die Bänder besser fixiert werden kann und einfacher in der Handhabe ist. Da Vorder- und Poteil umgeklappt werden können, ist meist nur eine Größe notwendig. Auch ist dadurch ein bedarfsgerechtes Wickeln möglich. Sie sind günstig in der Anschaffung und trocken relativ schnell. Dennoch ist das Wickeln mit Bindewindeln aufwändiger als andere Wickelsysteme, zumal diese Windeln nach dem Waschen mit einem höheren Aufwand zusammengelegt werden müssen – die Bändchen verknoten sich nämlich manchmal in der Waschmaschine.

Eine ausführliche Wickelanleitung für Bindewindeln findet sich auf dieser Seite zum Thema Stoffwindeln.

Einlagewindeln

Einlagewindeln verfügen über keinen Verschlussmechanismus und werden nur durch das Überhöschen zusammengehalten. Einlagewindeln werden entweder mit dem Windelhöschen verbunden oder werden einfach in die Überhose eingelegt, die sodann durch Klettverschluss oder Druckknöpfe fixiert wird. Ein besserer Sitz wird durch das Benutzen einer Wickelklammer erhöht.

Einlagewindeln haben die Form von Wegwerfwindeln und sind in der Mitte meistens verstärkt, um eine höhere Saugkraft zu erzielen. In die Mitte wird ein Wickelvlies eingelegt.

Einlagewindeln sind im Vergleich zu Falt- oder Bindewindeln einfacher anzulegen, in der allgemeinen Handhabe jedoch nicht so angenehm wie Höschenwindeln. Sie trocknen relativ schnell und können verhältnismäßig einfach angelegt werden. Wichtig ist, dass das Überhöschen gut passt, da ansonsten kein Auslauf- bzw. Nässeschutz gegeben ist.

Eine ausführliche Wickelanleitung für Einlagewindeln findet sich auf dieser Infoseite zum Thema Stoffwindeln.

Windelhöschen

Windelhöschen stellen die bequemste Möglichkeit dar, mit Stoffwindeln zu wickeln. In der Handhabe unterscheiden sie sich kaum von Wegwerfwindeln. Da sie an Beinchen und Rücken über Gummibändchen verfügen und mit Klettverschluss oder Druckknöpfen fixiert werden, sind sie einfach anzulegen.

Da Windelhöschen über eine gute Passform verfügen müssen und entsprechend aufwändig gestaltet sind, gehören Windelhöschen zu den teuersten aller Stoffwindeln. Dennoch sind sie viel kostengünstiger als klassische Wegwerfwindeln.

Windelhöschen sind in der Hauptnasszone meist verstärkt, um eine höhere Saugkraft zu erzielen. Wird zusätzlich noch Windelvlies verwendet, so ist ein hoher Auslauf- und Nässeschutz gegeben.

Da Windelhöschen dicker als andere Stoffwindeln sind, ist die Trockenzeit länger als bei einfacheren Wickelsystemen. Insgesamt stellen Windelhöschen die bequemste und sicherste Variante von Stoffwickelsystemen dar. Die Anschaffungskosten sind zwar höher als bei manch anderen Wickelsystemen, mittelfristig jedoch kostengünstiger als bei Wegwerfwindeln.

In einigen Bundesländern wird ein Gutschein für Stoffwindelsysteme ausgegeben, der die Eltern beim Kauf eines Windelpakets unterstützt. Näheres dazu findest du unter Windelservice!

stoffwindeln.txt · Zuletzt geändert: 2014/01/10 15:24 von admin